9. Februar

Richtig gendern

Sprache ist organisch, lebendig, also sich entwickelnd und ständig in Veränderung befindlich. Autoren wissen, daß sie Personen in historischen Erzählungen mit der Sprache ihrer Zeit sprechen lassen müssen, damit sie glaubhaft erscheinen. Niemand würde zum Beispiel eine Person des 18. Jahrhunderts sagen lassen „Was geht ab?“.

Weil ich das weiß, sperre ich mich nicht gegen Veränderungen meiner Muttersprache. Ich weiß, daß ich auch die Neuheiten ertragen können muss, die mir nicht gefallen (die meisten). Aber ich muss auch nicht jede Sau, die durchs Dorf getrieben wird, reiten.

Ich lehne zum Beispiel das „Gendern“ ab. Es ist gegen jedes Sprachgefühl, zerstört den Rhythmus der Sprache und hat keinen erkennbaren Nutzen. Die Behauptung, es würde für Geschlechtergerechtigkeit sensibilisieren, ist völlig unbewiesen. Daß ich der Gesellschaft einen Bärendienst erweise, indem ich Rhythmus und Poesie aus der Sprache „herausgendere“, scheint mir dagegen offensichtlich, sonst würde dieser „Trend“ nicht eine so breite Ablehnung erfahren. Vor allem haben wir es hier nicht mit einer organischen Veränderung der Sprache zu tun, sondern mit einer ideologischen. Apage Satanas!