7. Februar

Pippi Langstrumpf und ich

Man denkt, es gäbe nichts, aber auch gar nichts an Astrid Lindgren und ihren Büchern auszusetzen. Doch – gibt es für Manche.

Zum Beispiel hat man Astrid Lindgren gern mit antiautoritärer Erziehung in Verbindung gebracht. Das ist aber nicht richtig. Lindgren setzte sich für den Respekt vor dem Kind und seinen Gefühlen und Bedürfnissen ein. Was sie zurückwies, war unbegründete, willkürliche Autoritätsausübung, so wie es Franz Kafka im „Brief an den Vater“ beschrieb: „Du bekamst für mich das Rätselhafte, das alle Tyrannen haben, deren Recht auf ihrer Person, nicht auf dem Denken begründet ist.“

Die wohlbegründete Autorität, die das Kind innerhalb seiner altersgemäßen Grenzen behütet und dadurch wachsen lässt; das war ihre Wunschvorstellung für den Umgang mit Kindern.

Pippi Langstrumpf, mit ihren gewaltigen Kräften, die sie nie zu ihrem Vorteil oder zum Schaden anderer einsetzt, ist vor allem als Vorbild für die Erwachsenen gedacht, für die Kinder eher als ermutigender Spaß.

Ich hatte als Kind die größte Freude daran, wie Pippi die Welt auf den Kopf stellte und manch sturen Erwachsenen zur Verzweiflung brachte. Aber wer weiß, was solche Einflüsse alles mit uns machen. Vielleicht bin ich ja durch Pippis Einfluss ein besserer Vater geworden. Ich werde es wohl nie erfahren.